Versemmelt
SV Thierhaupten 1 - SC Lechhausen 2: 4,5 - 3,5
19.11.2011
Das vorgezogene Treffen gegen den SVT führte uns in die Thierhauptener Steppe, beseelt von der
Hoffnung, gegen einen (vermutlich) direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt und gegen den
Abstieg einen Doppelpunkt einzufahren oder doch zumindest nicht zu verlieren. Und zunächst sah
es ja auch ganz vielversprechend aus.
Kilian Norkus tauchte fünf Minuten nach Spielbeginn im Spiellokal auf wie das Phantom der Oper,
erreichte ohne allzu große intellektuelle Anstrengung sein Remis und entschwand wieder. Dank
großer Routine (schließlich spielt er ja schon gefühlte 250 Jahre Schach) kombinierte sich auch
Johann Riebel trotz ungünstiger Bauernstellung bis zur Punkteteilung durch. Und schließlich
steuerte Alessandro Terzitta einen Halben bei. Zwischenzeitlich schien sogar etwas mehr drin zu
sein, aber schlussendlich war das krumpholzsche Gegenspiel doch ausreichend.
In einem materiell ausgeglichenen T+L+ein-paar-Bauern-Endspiel hatte Thomas Lindner als
einzigen Vorteil einen gewissen Druck auf die andere Seite, aber der reichte im tatsächlich zum
Gewinn: seinem Gegner begannen die Nerven zu flattern, er verhaspelte sich und danach fiel seine
Stellung zusammen wie ein missglücktes Soufflé.
Gut, Valentin Usselmann musste sich mit dem starken Werner Hopf auseinandersetzen. Das gelang
ihm zu Beginn recht gut, ein Bauernminus kompensierte er durch einen starken Freibauern.
Allerdings ging der dann irgendwann flöten und es war aus.
Gleichstand. Aber das machte gar nichts, denn da liefen ja noch drei für uns eigentlich schon
gewonnene Partien ...
Horst-Jörg König hatte sich eine mächtige Angriffsstellung aufgebaut. Er wusste, dass sie gewonnen
war. Was er nicht wusste, war, wie man sie gewinnt. Also schlug er einfach ein Remis vor.
Immer noch Gleichstand. Aber das machte gar nichts, denn da liefen ja noch zwei für uns eigentlich
schon gewonnene Partien ...
Josef Greineder hatte sich bis in ein Turmendspiel durchgekämpft, das ihm bei umsichtiger
Spielweise locker einen ganzen Punkt hätte einbringen können. Allein, er hielt es lediglich für remis,
da er die Möglichkeiten seines Gegners, Gegenspiel zu erhalten, glatt überschätzte.
Immer noch Gleichstand. Aber das machte gar nichts, denn da lief ja noch eine Partie, und die war
aber auch so was von gewonnen ...
Zum tragische Helden des Abends avancierte Franz Harlacher. Alles gesehen, grandios gespielt,
und die Umstehenden warteten nur noch darauf, dass er zur Exekution schreite. Stattdessen schob
er ein überflüssiges Turmschach auf der Grundlinie ein, und der gegnerische König vermochte durch
ein Hintertürchen zu entwischen. Das hätte nun immer noch für ein Unentschieden ausgereicht, aber
offensichtlich konsterniert darüber, dass er wider Erwarten noch Überstunden machen musste,
entglitt Franz dieses dann auch noch.
Da wir nicht einmal so ein Match gewinnen können, müssen wir uns mit dem Gedanken anfreunden,
dass sich unsere Zweite rapide der A-Klasse nähert.